Bargeldloses Bezahlen mit Schönheitsfehlern

Es war ein erster Versuch des Veranstalters der äußerst beliebten Festivals „Lollapalooza“, „Melt“ und „splash!“, den Festivalbesuchern ein bargeldloses Zahlungssystem zur einfacheren Verwaltung ihrer Finanzen zur Verfügung zu stellen.

So bekamen die Besucher dieser Festivals im Jahr 2017 erstmals eine Chipkarte, welche an ein virtuelles Konto gekoppelt war oder welche vor Beginn des Festivals aufgeladen werden konnte. Mit dem auf dieser Karte eingezahlten Betrag konnten die Besucher so komplett bargeldlos Speisen oder Getränke erwerben und sich mit dem Merchandise ihrer Lieblingsbands eindecken.

Der Restbetrag, welcher sich nach dem Festival noch auf der Karte befand, konnte dann nach Ende des Festivals ganz einfach über das Internet wieder zurückgefordert werden, wozu der Benutzer nur eine gültige Chipnummer benötigte.

Doch wie der „Spiegel“ durch Recherchen herausfand, lag genau in diesem Vorgehen der große Fehler des Veranstalters. Da sich nämlich die Chipnummern der ausgegebenen Karten derart stark ähnelten, konnte bereits ein einfacher Tippfehler dazu führen, dass man plötzlich Zugriff auf eine fremde Guthabenübersicht hatte.

Erschwerend kam zudem hinzu, dass Besucher des Lollapalooza-Festivals sich auch über die Cashback-Webseite des Melt-Festivals ihre Restbeträge auszahlen lassen konnten und das ganz ohne die vorherige Angabe eines Namens oder sonstiger Daten zum Personenabgleich.

Und natürlich klappte dieses Vorgehen auch auf der Webseite des splash!-Festivals, über welche sich die Besucher des Melt-Festivals ebenfalls ihr Restguthaben hätten auszahlen lassen können.

Die Enthüllungen des Spiegel hatten für den Festival-Veranstalter zur Folge, dass dieser den Hersteller der Chipkarten aufgrund der ähnlichen Nummerierungen zur Rede stellte und mit diesem nach Lösungen für dieses Problem suchte.

Wie es scheint mit Erfolg, denn bislang gab es nach dem Ende der Festivalsaison 2018 keine weiteren Beanstandungen seitens des Spiegel an dem bargeldlosen Bezahlen auf dem Lollapalooza-, Melt- und Splash!-Fesival in diesem Jahr.

Bleibt für die Besucher nur zu hoffen, dass der Veranstalter diese Sache ernst genommen hat und nicht doch noch neue Enthüllungen ans Tageslicht kommen.

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